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Kosten
Zur aktuellen gesundheitspolitischen
Situation in unserem Land und unseren Möglichkeiten,
das beste daraus zu machen:
Es ist kein Geheimnis Wir bewegen
uns im Bereich der gesetzlich finanzierten Krankenkassen
in einer rationierten Medizin. Die bisherigen Sanierungskonzepte
unabhängig von den gerade regierenden Verantwortungsträgern
mögen eine große finanzielle Katastrophe
bisher verhindert haben, aber haben die Probleme im
Kern nicht lösen können. Schon heute ist eigentlich
jedem, der sich mit den Grundfragen der Solidarversicherung
auf dem Hintergrund unserer kinderarmen Bevölkerungsentwicklung
und den hohen Arbeitslosenzahlen beschäftigt, klar:
Es muss sich mindestens zweierlei grundlegend ändern:
1. Die Grundabsicherung für den
Krankheitsfall muss auf eine breitere Bevölkerungsschicht
ausgedehnt werden.
2. Der Leistungskatalog muss weiter begrenzt werden
und für Leistungsempfänger (versicherte Bevölkerung)
als auch für Leistungserbringer (Krankenhäuser,
Arztpraxen, Therapeuten etc) transparent und verständlich
kommuniziert werden. Darüber hinaus können
im Baukastensystem Zusatzversicherungen abgeschlossen
werden.
Solange dies von politischer Seite
nicht endlich mal mutig angepackt wird, leben wir in
einem für alle Seiten sehr schwierigen und unbefriedigenden
Zustand. Dem sollten wir nicht tatenlos zusehen. Wenden
Sie sich an die Bundes-tagsabgeordneten Ihres Wahlkreises
oder auch die Fachausschüsse in den Parteien sowie
an das Bundesgesundheitsministerium und äußern
Sie Ihre Erwartungen an die Gesundheitspolitik!
Dem Versicherten wird weiter erzählt,
auf Chipkarte sei fast alles zu haben. Ja, mit der neusten
von CDU bis SPD getragenen Mehr-Einnahmenregelung für
die defizitären Krankenversicherungen (genannt
"Praxisgebühr") wird in der Bevölkerung
das Missverständnis einer Aufstockung des Arzthonorars
bewusst "riskiert".
An dieser Stelle ein kleiner Einblick
in aktuell die Dynamik im ambulanten Gesundheitswesen
und der häufig allzu selbstverständlich hingenommenen
"Zuzahlung":
Ein niedergelassener Arzt (...im Krankenhaus
ist die Zeitknappheit der Ärzte bereits noch länger
ein großes Problem...) wird heutzutage nur noch
für eine "schnelle Medizin" oder für
bestimmte, sich rentierende apparative Medizin bezahlt.
Klar, dass eine solche Medizin vielen Problemen der
Menschen nicht mehr gerecht werden kann. Einen Hausbesuch
beispielsweise kann sich eigentlich kein Arzt mehr leisten
selbst wenn es die einzige Leistungen im Abrechnungszeitraum
wäre (ein Techniker zur Reparatur der Waschmaschine
oder der im Notfall gerufene Schlossnotdienst verdient
mehr, teilweise mehr als das Doppelte). Manche Ärzte
behaupten, sie können die fehlenden Einnahmen in
dem einen Bereich (z.B. Kosten für Hausbesuche)
durch andere Einnahmen kompensieren. Ich frage mich:
Kommen wirklich so viele Menschen "nur für
ein Rezept im Quartal" oder ist der Griff zur Chipkarte
schon so "eingespielt", dass so mancher Kollege
gar nicht mehr merkt, dass er Leistungen für Verstorbene
abgerechnet hat...
Fraglos besteht die Gefahr, dass durch
pauschalierte, zunehmend abgespeckte Honorarsysteme
neue Probleme produziert werden. Statt gründlicher
Anamnese, Befunderhebung etc wird allzu schnell auf
die apparative Medizin ausgewichen. Bestehen auch hier
wirtschaftliche Rationierungen, bekommen Patienten weit
in die Zukunft reichende Termine und Notfälle werden
ggf. "weitergereicht". Oder es werden äußerst
fragwürdige IGEL-Leistungen (Selbstzahler-Leistungen,
s.u.) angeboten...
Da man mit apparativer Medizin und
Medikamenten bei weitem nicht alle Krankheiten heilen
kann, bleiben vor allem chronische Erkrankungen auf
der Strecke. Statt in eine qualitativ gute Regelversorgung
zu investieren, müssen Ärzte und Therapeuten
sich zunehmend neue Einkommensquellen erschließen.
Dabei ist weniger die Frage, ob es dem Patienten hilft
als vielmehr die Möglichkeit zur Anhebung des Umsatzes
ausschlaggebend für die angebotene "Privatleistung".
Manche Praxis kämpft in der Tat ums wirtschaftliche
Überleben (und es stehen nicht nur hausgemachte
Probleme von "Steuersparinvestitionen" oder
dem "gro-ßen Boot plus Pferd" als Zeichen
schlechter privater Haushalterschaft dahinter...) Ich
kann die Situation der Kollegen verstehen, muss aber
zugleich die betroffenen Kranken warnen: Nicht alle
sog. Individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL) dienen
wirklich ihrer Gesundheit.
Fazit
IGEL-Leistungen, also aus dem privaten
Einkommen der Leistungsempfänger bezahlten "individuelle
Gesundheitsleistungen" sind aus einer Praxis, die
sich um eine qualitativ gute Versorgung ihrer Kassenpatienten
sorgt, nicht mehr herauszudenken. Aber die Grenze zur
unbewussten oder bewussten Ausbeutung und zum Missbrauch
ist in diesem Bereich manchmal leider schwer erkennbar.
Folgende Regeln sind zu beachten:
1. Lassen Sie sich als Patient gründlich
beraten und schriftliche Information geben zur angebotenen
IGEL Leistung.
2. Lassen Sie sich Zeit, bevor Sie zusagen und den Kostenrahmen
schriftlich geben (bei einem Handwerker holen Sie sich
ja auch erst ein Angebot ein, bevor Sie den Auftrag
erteilen).
3. Holen Sie sich bei größeren Investitionen
eine (ggf. honorierte) Zweitmeinung ein von einer Fachfrau
/ einem Fachmann, die/der sich mit dem angebotenen Verfahren
auskennt. Nutzen Sie Informationsquellen wie Internet
etc. zur gezielten Vorbereitung, bevor Sie mit dem Experten
sprechen.
4. Investieren Sie lieber in eine solide Beratung als
in teure und hinsichtlich ihrer Wirkung zweifelhafte
apparative Therapieverfahren, die Ihnen auf Glanzprospekten
angeboten werden.
5. Holen Sie für die angebotene IGEL Leistung zumindest
ein weiteres Angebot ein

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